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Tagespflegeeinrichtungen sehen Bedarf für Vernetzung mit Migrantenselbstorganisationen und Glaubensgemeinschaften

Auf der ersten Sitzung des ‚Arbeitskreises Interkulturelle Öffnung von Tagespflegeeinrichtungen‘ im Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe (kom•zen) analysierten die Pflegedienstleitungen der Tagespflegeeinrichtungen ihr Umfeld und Netzwerk anhand eines Fragebogens, um die Potenziale für eine interkulturelle Organisationsentwicklung zu erfassen. Das Ergebnis der Analyse ist, dass die beteiligten Tagespflegeeinrichtungen sehr gut in ihr Umfeld und insbesondere fachlich vernetzt sind. Es wird allerdings ein Bedarf gesehen, sich mit Migrantenselbstorganisationen und Glaubensgemeinschaften zu vernetzen.

Auf der Opens external link in new windowAuftaktveranstaltung des ‚Arbeitskreises Interkulturelle Öffnung von Tagespflegeeinrichtungen“ in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am 31. Mai 2017  stellte die Senatorin Dilek Kolat fest, dass es einen steigenden Bedarf an kultursensibler Pflege in Berlin gäbe, weil die Älteren mit Einwanderungsgeschichte eine der am stärksten anwachsenden Bevölkerungsgruppen in der Stadt sind.

Die teilnehmenden Tagespflegeeinrichtungen erkannten den Bedarf an interkultureller Öffnung der Einrichtungen und nannten als eine besondere Herausforderung den Aufbau von spezifischen Vernetzungsstrukturen, die für die eigene Organisationsentwicklung genutzt werden können. Aus diesem Grund wurde in der ersten Sitzung des Arbeitskreises zunächst eine Analyse der bestehenden Netzwerke und des Umfelds der Einrichtungen durchgeführt.

Die Analyse zeigte eine hohe fachliche Vernetzung der Tagespflegeeinrichtungen zu anderen Pflegeeinrichtungen, Ausbildungsstätten, den einrichtungsnahen Opens external link in new windowPflegestützpunkten und den Opens external link in new windowKontaktstellen PflegeEngagement auf. Fast alle kooperieren mit Kitas und veranstalten Musiktherapien und Märchenstunden zusammen.  Während überwiegend Kontakte zu Kirchen bestehen und Pfarrer bzw. Priester auch die Einrichtungen besuchen, gibt es dagegen kaum Vernetzungen zu Migrantenselbstorganisationen oder nicht-christlichen Glaubensgemeinschaften. Die anwesenden Pflegedienstleitungen sehen Bedarf verstärkt Vernetzungen zu diesen Einrichtungen aufzubauen, die einen wichtigen Faktor für den Aufbau kultureller Sensibilität darstellen.

Die Einrichtungen gaben weiterhin an, dass bisher wenige Ältere mit Einwanderungsgeschichte als Kunden zu ihnen gekommen sind, obwohl im näheren Umfeld der Einrichtung ein hoher Anteil dieser Bevölkerungsgruppe wohnt. Da die Tagesgäste der Tagespflegeinrichtungen in der Regel in der Nähe zur Einrichtung leben, wird hier ein großes Potenzial gesehen, neue Kundengruppen zu erreichen. Denn gerade Tagespflegeeinrichtungen haben für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ein attraktives Angebot: Sie entlasten die pflegenden Angehörigen und ermöglichen es den Pflegebedürftigen weiterhin in der eigenen Wohnung und im vertrauten Wohnumfeld zu bleiben. 

Alle Einrichtungen drückten ihre offene Haltung gegenüber allen Pflegebedürftigen und ihr Interesse an Interkultureller Öffnung aus. Potenziale für eine muttersprachliche Betreuung sind bereits in einigen Einrichtungen vorhanden. Entwicklungspotenziale sehen die Einrichtungen insbesondere bei der Netzwerkarbeit (Identifizierung von Zugangswegen und Gewinnung von Kontakten und Multiplikatoren), bei der gezielten Öffentlichkeitsarbeit, der Generierung interkulturellen Wissens, der Schulung von Mitarbeitern, der Bereitstellung von mehrsprachigen Informationsmaterial und der Sensibilisierung für die Arbeit mit Angehörigen. Diese Themen werden vom ‚Arbeitskreis Interkulturelle Öffnung von Tagespflegeeinrichtungen‘ in den nächsten Sitzungen vertieft und ergebnisorientiert bearbeitet, in dem konkrete Ziele formuliert und Zugangswege aufgezeigt werden.

gefördert durch

Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Träger

Arbeiterwohlfahrt Berlin Spree-Wuhle e. V.
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.