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Frau Eleni Werth-Mavridou


Eleni Werth-Mavridou
Geboren27. September 1950 in Vassiliada-Kastorias, Griechenland
In Deutschlandseit 1969 und ab 1973 in Berlin
Staatsangehörigkeitgriechisch
Berufkaufmännische Angestellte
Familienstandverheiratet, zwei Kinder und vier Enkelkinder

Seit ihrer Ankunft in Berlin 1973 war Eleni Werth immer ehrenamtlich tätig und zwar bei verschiedenen
griechischen Organisationen und Vereinen, zur Förderung des Austausches zwischen Griechenland
und Deutschland sowie zur Förderung der griechischen Identität der in Berlin lebenden Griechen.
Ihre eigentliche Motivation lag darin begründet, dass sie ihrem Sohn beide Kulturen, also sowohl
die deutsche, als auch die griechische nahe bringen wollte, so dass er sich in beiden Kulturen zu
Hause fühlt. Diese Maxime machte sie dann auch zu ihrem Leitgedanken für Ihre ehrenamtliche Arbeit.

Durch ihre 25jährige Tätigkeit bei dem Unternehmen „Hahn-Bestattungen“ hat sie insbesondere die
griechischen Hinterbliebenen umfangreich betreut und stand den Familien, bei ihrem Auftrag, zur
Seite. Sie wurde Ansprechpartnerin für viele Betroffene und hat es durch ihre empathische Art geschafft
das Vertrauen dieser Menschen zu gewinnen. Ihr Engagement aus der Zeit wird noch heute
hoch geschätzt und sie hat die Kontakte zu diesen Menschen nie ganz verloren. Obwohl sie nicht
mehr berufstätig ist, wird sie von Betroffenen angerufen und leistet ehrenamtlich Hilfe in den verschiedensten Situationen. Durch ihr Engagement wurde sie zu einer wichtigen Identifikationsfigur,
hauptsächlich für ihre griechischen Landsleute und konnte ihnen bei den verschiedensten Dingen
behilflich sein. Bis heute wird Frau Werth bei Trauerfällen in griechischen Familien angerufen und um
Rat und Hilfe gebeten, sei es zu finanziellen oder organisatorischen Fragen. Sie ist durch ihre Tätigkeiten über Jahre hinweg bekannt und hat das Vertrauen der Familien, dass wenn sie die Betreuung und Vorbereitung auf die Trauerzeremonie nach dem griechisch-orthodoxen-Ritus übernimmt, alles gut gehen wird. Dieses Vertrauen hat sie sich durch das Pflegen persönlicher Kontakte, weit über ihr Beschäftigungsverhältnis hinaus, erarbeitet und leistet diesbezüglich bis heute ehrenamtliche Arbeit.

Initiative Griechisch-Orthodoxer-Friedhof
Durch ihre ehrenamtliche Initiative entstand in Zusammenarbeit mit Hans Joachim Hahn und der Griechischen Gemeinde nach zehnjähriger mühevoller Arbeit im
Jahr 2003 der Griechisch-Orthodoxe-Friedhof in der Eisenacher Str. 62 in Berlin-Tempelhof. Durch
ihre Arbeit bei „Hahn-Bestattungen“ und ihre Ausbildung zur Bestatterin entstand der Wunsch bei
Frau Werth einen Friedhof für die griechische Gemeinde zu haben. Früher sind die meisten Leute
nach dem Tod nach Griechenland überführt worden und nur die Menschen, die kein Geld hatten,
wurden in Deutschland beerdigt. Frau Werth sah jedoch, dass sich ein Wandel vollzogen hat, d.h. die
Kinder und Enkelkinder ihrer Landsleute leben hier und es besteht der Wunsch innerhalb der Community, die Verwandten in Berlin bestatten zu können. Vor allem zwischen 2000 und 2003 war Frau Werth sehr stark in die Vorbereitung des Friedhofes involviert und zwar als Vermittlerin im Umgang mit Behörden und den griechischen Landsleuten, deren Wünsche und Vorstellungen sie zu realisieren versuchte. Frau Werth ging es dabei darum, auch in Berlin ein Stück griechische Kultur weiterleben zu können und den Familien das Gefühl zu geben, dass ihre Verwandten in Würde beerdigt werden können. Heute kann Frau Werth stolz auf das Erreichte sein, denn ihr 10-jährgies Bemühen um den Friedhof trägt Früchte und er ist nun für 99 Jahre genehmigt. Frau Werth kümmerte sich außerdem um die Instandhaltung des Friedhofes, d.h. das Pflanzen von Bäumen oder das Pflegen von Gräbern, um die sich keine Angehörigen kümmern können. Bis 2005 war Frau Werth sehr aktiv für den Erhalt des Friedhofes. Aus gesundheitlichen Gründen sowie auf Grund ihres Engagements bei TO SPITI musste sie diesbezüglich etwas kürzer treten, steht aber nach wie vor als Ansprechpartnerin zur Verfügung und hat noch weitere Pläne, die sie, wenn ihr etwas mehr Zeit bleibt, gerne umsetzen würde.

Engagement bei TO SPITI
Seit 1995 ist Frau Werth im Umkreis des Projekts TO SPITI ehrenamtlich aktiv. TO SPITI ist ein Interkulturelles Frauen- und Familienzentrum, in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Neukölln Oberspree.
Vor allem durch ihre Kontakte im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit bei „Hahnbestattungen“ sorgte
Frau Werth für den sozialen Zusammenhalt der Community. Nach und nach wurden die Stellen im Zentrum TO SPITI von ehemals zwei Sozialarbeiterinnen und vielen Honorarkräften auf eine Stelle
reduziert, so dass Frau Werth als Ehrenamtliche eingesprungen ist. Insgesamt beschäftigte das Diakonische Werk Berlin als Träger auch des TO SPITI vier griechischstämmige SozialarbeiterInnen, die
hauptsächlich für die Belange der griechischen Bevölkerung in Berlin zuständig waren. So leistet sie
seit 2000 besonders intensiv sowohl bei TO SPITI als auch beim Förderverein TO SPITI e. V. insbesondere bei Perivoli, dem ersten Interkulturellen Garten Berlins, großartige Arbeit.
Seit 2002 ist sie bei Perivoli, aktiv, dies ist der griechische Name für einen Nutz-, Obst- und Blumengarten. Dieser ist ein Ort der interkulturellen Begegnung und betont das gemeinschaftliche Zusammenleben. Dieses Projekt wurde 2002 von den griechischen Seniorinnen und Senioren von TO SPITI initiiert und wird seitdem gemeinschaftlich verwaltet und gepflegt. Frau Werth ist von Anfang an
Mitglied des Gartens und kümmert sich um das Pflegen der Beete und hilft auch hier bei interkulturellen
Begegnungen und Festen.

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten von Frau Werth gehen von der Beratungsarbeit über kulturelle Angebote bis hin zu Netzwerkarbeit in Neukölln und darüber hinaus. Frau Werth unterstützt bei der
Beratung, unterhält sich mit den Menschen, wenn sie auf die Beratung warten müssen und hilft bei
der Organisation und Durchführung von interkulturellen Veranstaltungen und Begegnungen. Mit
ihrer offenen und freundlichen Art, ist sie Ansprechpartnerin für die Menschen, die in die Beratung
kommen, für die sie jederzeit ein offenes Ohr hat. So schafft sie in den Beratungsräumen eine Willkommensatmosphäre, was entscheidend für die Durchführung der Beratung ist. Sie ist eine Art „gute Seele“ des Hauses, die über die Jahre zu einer unverzichtbaren Stütze für die Arbeit von TO SPITI
geworden ist.

Sie wirkt aktiv bei fast allen Bereichen von TO SPITI mit. Ohne Ihr ehrenamtliches Engagement könnten
viele Aktivitäten und Hilfeleistungen nicht gewährleistet werden und sie ist eine wichtige Multiplikatorin
bei ihren griechischen Landsleuten, die seit ihrer Ankunft in Berlin unschätzbar viel für das
gemeinschaftliche und interkulturelle Zusammenleben in der Stadt getan hat.

Das gesellschaftliche Engagement sowie ihre unzähligen ehrenamtlichen Tätigkeiten seit 1976 für
ihre griechischen Landsleute halten wir für beispielhaft im Hinblick auf Übernahme von Verantwortung
der ersten Einwanderergeneration.

gefördert durch

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Träger

Arbeiterwohlfahrt Berlin Spree-Wuhle e. V.
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.