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Herr Gaafar Saad


Herr Gaafar Saad
Geboren04. November 1947 in Gandato, Sudan
In Deutschlandund Berlin seit 1970
Staatsangehörigkeit deutsch
BerufDiplom Kaufmann und Sozialberater
Familienstandverheiratet, ein Kind

Seit 1999 Mitglied des Vorstandes des Sudanclubs e.V. (auch bekannt als Sudanesisch-Deutscher Kulturverein): In dieser Funktion agiert Herr Saad gewissermaßen auf beiden Seiten. Er ist für die deutschen Institutionen der Ansprechpartner für seine Landsleute und im Sudanclub der interne Ansprechpartner für die Mitglieder. Darüber hinaus ist Herr Saad eine wichtige Person für die deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich für die Arbeit im Sudanclub interessieren. Er unterhält Kontakte zu allen interessierten Personen und Organisationen, die den interkulturellen Austausch fördern. Dabei legt er viel Wert darauf die kulturelle Vielfalt des Sudan, die ihren Ausdruck in den sudanesischen Traditionen oder in der Musik findet, in Deutschland bekannt zu machen. Außerdem ist Herr Saad ein wichtiger Ansprechpartner für seine Landsleute, wenn es um das Eingewöhnen in der deutschen Gesellschaft geht. Hier leistet der Verein, mit Herrn Saads Unterstützung, unverzichtbare Hilfestellungen, z.B. durch das Anbieten von Sprachunterricht, Hilfe bei Behördengängen und Schulsorgen oder durch Tipps bei Bewerbungen. Hier kann Herr Saad seine langjährigen Erfahrungen als Vermittler zwischen unterschiedlichen Mentalitäten gewinnbringend einfließen lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit im Sudanclub, an der Herr Saad maßgeblich beteiligt ist, gilt den älteren Menschen. Hier leistet er eine sehr wichtige Arbeit, da gerade die älteren Einwanderinnen und Einwanderer wenig im Blick von (Fach)-Öffentlichkeit und Gesellschaft sind. Für diese älteren Menschen aus dem Sudan ist der Sudanclub ein offener Treffpunkt für Unterhaltung, Spiel und offene Gespräche, sowohl bei deutschem als auch bei sudanesischem Kaffee. Manchmal werden sogar Rezepte ausgetauscht und man kommt sich durch gemeinsames Essen näher. Herr Saad ist durch seine langjährige Tätigkeit ein wichtiger Ansprechpartner sowie eine Identifikationsfigur für diese Menschen geworden. Durch seine Arbeit hat er unschätzbare Hilfestellungen zum Zurechtfinden in der Gesellschaft sowie zur Selbstorganisation seiner Landsleute geleistet. Er füllt eine wichtige Brückenfunktion zwischen öffentlichen Institutionen und seinen Landsleuten aus, hilft dabei Vorurteile abzubauen und zu vermitteln sowie beiden Seiten die jeweils andere nahe zu bringen. Dies erfordert ein hohes Maß an Sensibilität, und Empathie, was Herrn Saad sehr gut gelingt, so dass beide Seiten davon profitieren können. Für uns ist dies ein vorbildhaftes Beispiel an Eigeninitiative und Verantwortung.

Seit 2006 Mitglied des Stadtteilbeirates Heerstraße-Nord: Im Rahmen dieser Tätigkeit vertritt Herr Saad die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils und begleitet aktiv die Arbeit der integrierten Stadtentwicklung. Er nimmt regelmäßig an Gremientreffen teil, bei denen den Stadtteil betreffende Themen erörtert werden und auch über Anträge entschieden wird. Er ist an der Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil beteiligt und bringt sich aktiv in die Arbeit ein. Zudem versucht er durch diese Tätigkeit die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner in seine Arbeit zu integrieren und die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement im Stadtteil zu fördern. Hier gelingt es ihm und seinen Mitstreitern, Menschen für die Belange ihres Stadtteils zu sensibilisieren und ihre aktive Mitwirkung an der Verbesserung der Lebensbedingungen voranzutreiben. Herr Saad ist durch sein Engagement und seine Erfahrungen ein wichtiges Vorbild für Menschen, die Interesse an bürgerschaftlichem Engagement haben. Zudem übernimmt er Verantwortung in seinem unmittelbaren Lebensumfeld und für seine Mitmenschen.

Seit Februar 2009 Gastmitglied der Seniorenvertretung Spandau: Herr Saad engagiert sich zudem seit über einem Jahr politisch und zwar als ständiger Gast in der Seniorenvertretung Spandau. Dort sensibilisiert er die Seniorenvertreter für die Belange älterer Einwanderinnen und Einwanderer und ist auch in diesem Zusammenhang als Vermittler und Multiplikator unterwegs. Zudem macht er die Arbeit der Seniorenvertretung in seinen Netzwerken bekannt.
Herr Saad ist seit über 10 Jahren aktiv für seine Landsleute aber auch für ein besseres Verständnis zwischen den Kulturen in Berlin. Er ist ein Sympathieträger für beide Seiten und arbeitet nach dem Motto, dass die gemeinsame Arbeit von Deutschen und Sudanesen gut funktioniert und sich lohnt. Damit dies realisierbar wird, leistet er als Vermittler seit Jahren seinen Beitrag im Sinne seiner Landsleute, aber auch im Sinne eines Zusammenlebens unterschiedlicher Mentalitäten und gegenseitigem Verständnis. Die Fähigkeit dies voranzubringen hat er unter anderen seiner Herkunft zu verdanken. Der Sudan, als größtes Land Afrikas mit 132 Stammessprachen und den Konflikten zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich geprägten Süden, hatte immer wieder unter Kämpfen zu leiden. Dort hat Herr Saad gelernt wie wichtig es ist, sich für ein friedliches Zusammenleben und dessen Erhalt einzusetzen und mit Vielfalt produktiv umzugehen. Diese Erfahrungen hat er in Berlin gewinnbringend im Rahmen seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten eingesetzt, was wir für vorbildhaft halten im Sinne von interkultureller Verständigung und Eigeninitiative. 

gefördert durch

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Träger

Arbeiterwohlfahrt Berlin Spree-Wuhle e. V.
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.