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Herr Massoud Jamshidpour


Massoud Jamshidpour
Geboren10. Februar 1944 in Teheran, Iran
In Deutschlandseit 1966
Staatsangehörigkeitdeutsch und iranisch
BerufEntwicklungs-, Vertriebs- und Systemingeneur
Familienstandverheiratet, zwei Kinder

Herr Jamshidpour kam zum Studium 1966 nach Berlin, seit über 30 Jahren lebt er im Stadtteil Tegel. Dort und auch in anderen Bezirken engagiert er sich seit vielen Jahren ehrenamtlich.

Für den Verein „HOPE worldwide Deutschland e.V.“ ist er seit 2000 ehrenamtlich aktiv. Der gemeinnützige mildtätige Verein legt seinen Schwerpunkt in Neukölln auf die Seniorenarbeit. Bei Kunst-, Computer- und Sprachkursen, Handarbeiten, Sport, Schachspiel, Kaffee und Kuchen kommen Menschen miteinander ins Gespräch.  Massoud Jamshidpour hatte dabei bemerkt, dass keine Migrantinnen und Migranten dieses umfangreiche Angebot annahmen. Er begann daher, die Leute aus der Nachbarschaft direkt anzusprechen, die dachten, dass dieser Verein nur für „Deutsche“ sei. Durch die offene Art von Herrn Jamshidpour, die Nachbarschaft einzuladen, fühlten sich nun Migranten und nicht migrierte gleichermaßen wohl im HOPE Seniorenzentrum.

Zwischenzeitlich kam der Verein HOPE in eine schwierige Situation – sowohl was das Engagement der Mitglieder als auch was die Finanzierung des Vereins anging. Massoud Jamshidpour brachte mit seinen Vereinskolleginnen und Kollegen einen Neustart auf den Weg: mit enormer Motivation und Energie gelang es ihnen, die Aufgaben neu zu definieren, den Verein bekannter zu machen, neue Mitglieder zu gewinnen und die Öffentlichkeitsarbeit zu professionalisieren.

Das Ergebnis sind regelmäßige Veranstaltungen, wie z.B. Gespräche zwischen Senior(en)_innen und Stadträten, ein gut organisierter Besuchsdienst für ein Neuköllner Pflegeheim mit 10 ehrenamtlichen Besucherinnen und Besuchern, periodisches Ausstellen der Bilder aus Malkursen im Standesamt Neukölln und im Hospiz. Darauf ist Herr Jamshidpour sehr stolz, auch, dass er angesprochen wird, wenn sich Leute ehrenamtlich für den Besuchsdienst engagieren wollen.

Seit 2007 hat Herrn Jamshidpour an Fortbildungen des Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe für eine seniorenpolitische Mitwirkung der Migrantinnen und Migranten teilgenommen. Geschult und motiviert stellte sich Herr Jamshidpour 2011 zur Wahl der Reinickendorfer Seniorenvertretung, wo er seit 2012 auch den Vorsitz des 17-köpfigen Gremiums innehat.

Ihm ist es wichtig, sich um die Nachbarschaft zu kümmern, Verantwortung für den Kiez zu übernehmen. Er nutzt die Möglichkeit, als „Sprachrohr“ der Seniorinnen und Senioren zu fungieren und deren unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Regelmäßig hält er Sprechstunden im Rathaus Reinickendorf, wo er Bürgerinnen und Bürger berät und hilft, dass deren Anliegen weitergeleitet werden.

Auch hier ist Herrn Jamshidpour wieder aufgefallen, dass in seiner fast 3-jährigen Beratungszeit niemand mit Migrationsgeschichte in die Sprechstunde gekommen ist. Sein aktueller Fokus liegt darauf, gemeinsam mit den Seniorenvertretungen der anderen Berliner Bezirke die Zugangsbarierren für Migranten abzubauen, so, dass sie ebenfalls all diese seniorenspezifischen Beratungs- und Unterstützungsangebote wahrnehmen können.

Herr Jamshidpour motiviert andere, sich für die Nachbarschaft einzusetzen und er gibt denen, die in Pflegeheimen leben, eine Stimme. Aus seiner Erfahrung setzt sich die Einsamkeit, die ältere Menschen aus der eigenen Wohnung kennen, später im Pflegeheim fort, wo die Pflegekräfte unter enormen Zeit- und Arbeitsdruck stehen.

Die Fähigkeit, sich in andere Menschen und deren Situationen einzufühlen, nutzt Herr Jamshidpour für sein drittes Ehrenamt als Diakon und Seelsorger in einer christlichen Gemeinde. Dort kommt er mit Menschen in Schwierigkeiten und jeden Alters zusammen.

In all seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten kommt den Menschen seine Empathie und ermutigende Art und sein Vermittlungs- und Organisationstalent zugute.

In seinem Bezirk möchte Massoud Jamshidpour zukünftig den Bekanntheitsgrad der Seniorenvertretung steigern, indem z.B. die Nachbarinnen und Nachbarn wissen, wie sie Seniorenvertreterinnen und Senioren erreichen können. Er arbeitet daran, eine größere Wählerschaft für die nächste Wahl der Seniorenvertretung zu gewinnen.

Massoud Jamshidpour formuliert es so: „Mir ist wichtig, den Menschen die Angst zu nehmen, sich den anderen Menschen zu öffnen und die Begegnung von Mensch zu Mensch zu erleichtern. Ich wünsche mir, dass die Menschen sich trauen, sich einzumischen und sich einzubringen und ein respektvolles Miteinander pflegen.“

gefördert durch

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Träger

Arbeiterwohlfahrt Berlin Spree-Wuhle e. V.
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.